Hallo! Ich bin Lucy. Heute erzähle ich euch die leckerste Geschichte der Welt. Sie handelt von meinem Onkel Friedrich. Aber wisst ihr was? In unserer Familie nennen ihn alle nur "Onkel Paco".
Das kommt daher, dass er viele Jahre in Sevilla (Spanien) gelebt hat. Seine spanischen Nachbarn konnten "Friedrich" einfach nicht aussprechen – sie sagten, das klingt wie ein Knoten in der Zunge! Also haben sie ihn einfach freundlich "Paco" getauft. Der Name ist geblieben, genau wie sein magisches Rezept, mit dem er unseren katastrophalen Sonntag gerettet hat.
Der Sonntag ohne Brötchen
Es war Sonntagmorgen und wir haben total verschlafen. Raquel und ich rannten hungrig in die Küche, aber Mama stand besorgt vor dem leeren Brotkasten.
"Wir haben keine Brötchen!" rief sie. "Papa hat gestern vergessen, beim Bäcker vorbeizugehen. Und heute ist Sonntag, alles hat zu!"
Der Notruf an Onkel Paco
Papa hatte eine Idee: "Ich rufe meinen Bruder Paco an! Er hat immer eine Lösung."
Papa erklärte ihm die Lage am Telefon. Onkel Paco lachte laut: "Keine Panik! Habt ihr Mehl, Wasser und Zucker im Haus?"
"Ja, haben wir", sagte Papa.
"Perfekt. Ich bin in zwanzig Minuten da. Wir machen ein spanisches Festmahl. Ich habe doch zehn Jahre in Sevilla gelebt, ich zeige euch, wie man einen Sonntag rettet!"
Der Superheld mit der Teigspritze
Und da kam er: Onkel Paco, mit einem riesigen Lächeln und einem komischen Metallgerät in der Hand.
"Hola, meine Lieblingsköche!", rief er. "Wer will das Geheimnis der perfekten Churros lernen?"
Ich sprang sofort auf. "Ich!" Raquel versteckte sich noch hinter Mama, und mein Bruder Carlos murmelte etwas von "Fettgebäck". Aber Onkel Paco zwinkerte ihm nur zu.
Die magische Lektion
Onkel Paco stellte mich auf einen Hocker.
Wir mischten normales Mehl in eine große Schüssel. "Drei Löffel pro Person", erklärte er. "Mama, Papa, Raquel, Carlos, du und ich. Das macht achtzehn Löffel."
Aber er gab noch zwei extra dazu. "Immer ein bisschen mehr für die Seele, Lucy."
Der Moment der Wahrheit
Wir fügten Salz, Backpulver und langsam das heiße Wasser hinzu. Ich rührte und rührte, bis der Teig glänzte. Es war wie ein Chemie-Experiment!
Währenddessen erhitzte Mama das Sonnenblumenöl in der Pfanne. "Vorsicht, heißes Öl ist nur was für Erwachsene!", mahnte Onkel Paco streng.
"Warum Sonnenblumenöl und keine Butter?", fragte ich.
"Weil das Öl sehr heiß werden muss, damit sie außen knusprig und innen weich werden", erklärte er.
Magie in der Pfanne!
Onkel Paco füllte die Teigpresse (sie sah aus wie eine riesige Spritze) mit unserem Teig. Er drückte und... WOW!
Der Teig kringelte sich im heißen Öl. Sie wurden goldbraun und es duftete herrlich nach Jahrmarkt und Urlaub. Sogar Carlos kam näher und sagte: "Okay, das sieht cool aus."
Das glücklichste Frühstück
Zehn Minuten später war der Tisch voll mit goldenen Churros. Mama hatte dicke Schokolade geschmolzen – nicht den dünnen Kakao, den wir sonst trinken, sondern richtige Schokolade zum Dippen, wie in Sevilla.
Als ich meinen ersten Churro in die Schokolade tauchte und abbiss... es war wie eine knusprige Wolke aus Glück!
Ein süßes Ende
Seitdem freue ich mich fast, wenn Papa das Einkaufen vergisst. Denn dann machen wir Onkel Pacos magische Churros.
Manche Dinge lernt man mit den Händen, mit dem Herzen – und mit viel Schokolade.